Das repariert die Pannenhilfe direkt am Auto
Die Pannenhilfe repariert dort, wo Ihr Auto steht, wenn Werkzeug und Ersatzteile aus dem Einsatzwagen reichen. Typische Fälle sind eine leere Batterie, ein platter Reifen, ein leerer Tank oder ein Schlüssel, der im Auto eingeschlossen ist. Bei den Automobilclubs kommt dafür meist ein Kfz-Meister mit einem Werkstattwagen und keinem reinen Abschleppwagen.
Für Sie hat die Reparatur vor Ort zwei Vorteile. Sie warten nicht auf einen zweiten Wagen, und mit Schutzbrief oder Clubmitgliedschaft kostet Sie die Hilfe meist nichts extra. Ob es vor Ort klappt, hängt weniger vom Alter des Autos ab als vom kaputten Teil. Ein Fehler in der Elektrik lässt sich viel öfter beheben als ein Schaden an Achse oder Getriebe.
Die Batterie stand 2025 hinter 45,4 Prozent aller Einsätze, Motor und Motorsteuerung hinter 21,8 Prozent. Lichtmaschine, Anlasser und Elektrik kamen auf 10,4 Prozent. Alle übrigen Ursachen, etwa Reifen, Tank oder Schlüssel, machten zusammen 22,4 Prozent aus.
| Ursache | Anteil an den Einsätzen | Vor Ort lösbar? | Warum |
|---|---|---|---|
| Batterie leer oder kaputt | 45,4 Prozent | meist ja | Ladegerät oder neue Batterie aus dem Einsatzwagen |
| Motor und Motorsteuerung | 21,8 Prozent | teilweise | nur wenn das Prüfgerät einen behebbaren Fehler zeigt |
| Lichtmaschine, Anlasser, Elektrik, Licht | 10,4 Prozent | teilweise | Sicherung oder Kabel lassen sich tauschen, eine Lichtmaschine selten |
| Reifen, Tank, Schlüssel und anderes | 22,4 Prozent | oft ja | Dichtmittel hilft nur bei kleinen Löchern, ein Schlüssel ohne Funkchip nur in der Werkstatt |
Muss das Auto abgeschleppt werden? Das zeigen 3 Fragen
Oft lässt sich schon am Telefon sagen, ob eine Reparatur vor Ort klappt. Wichtig ist, ob die Ursache klar ist, ob das Ersatzteil im Einsatzwagen liegt und ob Bremse, Lenkung oder Achse betroffen sind.
Ist die Ursache klar, etwa leere Batterie, platter Reifen oder leerer Tank?
Hat der Pannenhelfer das passende Teil dabei?
Die Pannenhilfe behebt den Fehler dort, wo Ihr Auto steht.
Das Auto kommt zur nächsten passenden Werkstatt.
Sind Bremse, Lenkung oder eine Achse betroffen?
Das Auto wird abgeschleppt. Weiterfahren wäre gefährlich.
Der Pannenhelfer liest den Fehlerspeicher aus und entscheidet dann. Oft reicht ein Teil aus dem Einsatzwagen.
5 Fälle, die fast immer beim Abschleppen enden
Manche Schäden lassen sich am Straßenrand praktisch nie beheben. Dann ist das Abschleppen zur Werkstatt der schnellere und sicherere Weg.
- Ein Reifenschaden, der größer ist als ein Nagelloch. Dichtmittel schließt nur kleine Löcher in der Lauffläche, einen Riss an der Seite nicht.
- Ein Schaden an Achse oder Fahrwerk, etwa nach einem tiefen Schlagloch. Weiterfahren wäre zu gefährlich.
- Kühlwasser oder Motoröl läuft aus. Schon eine kurze Fahrt ohne Kühlung kann den Motor zerstören, und das kostet viel mehr als das Abschleppen.
- Der Schlüssel lässt den Motor nicht mehr starten, weil die Wegfahrsperre ihn nicht erkennt. Das neu einzurichten braucht ein Gerät des Herstellers.
- Ein seltenes oder großes Ersatzteil, etwa für einen Oldtimer, einen Transporter oder ein Importauto.
So rufen Sie die Pannenhilfe richtig an
Am Telefon zählen drei Dinge: wo Sie genau stehen, was nicht mehr funktioniert und was an Ihrem Auto besonders ist. Dann schickt die Leitstelle gleich den passenden Wagen. Bei einer Panne auf der Autobahn gehen Sie vor dem Anruf hinter die Leitplanke.
- Bringen Sie sich und alle Mitfahrenden in Sicherheit, weg von der Fahrbahn und, wo es eine gibt, hinter die Leitplanke.
- Rufen Sie Ihren Automobilclub oder die Nummer auf Ihrem Schutzbrief an, nicht irgendeinen Abschleppdienst. Nur dann sind die Kosten gedeckt.
- Nennen Sie Ihren Standort: Straße und Hausnummer oder auf der Autobahn die Kilometertafel und die Fahrtrichtung.
- Beschreiben Sie den Fehler: Was hat sich angekündigt, welche Warnleuchte brennt, was riecht oder klingt anders?
- Sagen Sie, ob Ihr Auto elektrisch fährt, Automatik oder Allrad hat oder einen Anhänger zieht.
- Warten Sie an einem sicheren Ort und halten Sie Fahrzeugschein und Mitgliedskarte bereit.
Elektroauto, Automatik und Allrad bei der Pannenhilfe
Bei einem Elektroauto gibt die Pannenhilfe keine Starthilfe an der großen Antriebsbatterie. Ziehen an Seil oder Stange ist bei den meisten Modellen tabu, weil der Motor beim Drehen der Räder Strom erzeugt. Springt ein Elektroauto gar nicht an, ist aber oft nur die kleine 12-Volt-Batterie leer, und daran ist bei vielen Modellen eine vorsichtige Starthilfe möglich.
Bei Automatik und Allrad ist es ähnlich. Ohne Strom bekommt das Getriebe kein Öl, und Abschleppen mit drehenden Antriebsrädern kann es beschädigen. Die Leitstelle fragt deshalb nach Antrieb und Getriebe, bevor sie einen Wagen schickt.
Wenn doch abgeschleppt wird, was Sie dann tun
Kann die Pannenhilfe nicht helfen, schleppt sie Ihr Auto meist im selben Einsatz zur nächsten passenden Werkstatt. Sie klären dann nur noch Fahrzeugschein, Rechnung und Ziel. Nennen Sie dem Fahrer eine Werkstatt Ihrer Wahl oder lassen Sie sich zur nächsten bringen.
Machen Sie vorher Fotos vom Auto und vom Fehler, etwa von der Warnleuchte. Lassen Sie sich den Grund für das Abschleppen auf dem Einsatzbericht notieren, zum Beispiel den Fehlercode. Das spart der Werkstatt die Suche, vor allem wenn Ihr Auto nachts dort ankommt. Wer die Abschleppkosten zahlt, hängt davon ab, ob Sie einen Schutzbrief, eine Clubmitgliedschaft oder eine Kaskoversicherung haben.
Häufige Fragen
Kommt bei einer Panne automatisch ein Abschleppwagen?
Nein, bei einer Panne kommt meist zuerst ein Pannenhelfer mit Werkstattwagen. Beim ADAC wurden zuletzt 85 Prozent der Pannen direkt vor Ort behoben. Nur wenn das nicht klappt, wird abgeschleppt.
Was passiert, wenn die Pannenhilfe mein Auto nicht vor Ort reparieren kann?
Kann die Pannenhilfe Ihr Auto nicht reparieren, schleppt sie es meist gleich zur nächsten passenden Werkstatt. Sie müssen nicht ein zweites Mal anrufen. Wer zahlt, hängt davon ab, ob Sie einen Schutzbrief, eine Clubmitgliedschaft oder eine Kaskoversicherung haben.
Hilft die Pannenhilfe bei einem platten Reifen ohne Ersatzrad?
Die Pannenhilfe hilft bei einem platten Reifen ohne Ersatzrad nur, wenn das Loch klein ist und in der Lauffläche liegt. Dann reicht Dichtmittel bis zur nächsten Werkstatt. Bei einem Riss an der Seite wird das Auto abgeschleppt.
Kann die Pannenhilfe einen Schlüssel neu anlernen, den das Auto nicht mehr erkennt?
Nein, einen Schlüssel neu anlernen kann die Pannenhilfe meist nicht. Dafür braucht es ein Gerät des Herstellers, das kein Pannenwagen dabeihat. Das Auto wird dann zur Werkstatt oder zum Händler gebracht.
Ist die Pannenhilfe bei einem Elektroauto anders?
Ja, bei einem Elektroauto gibt es keine Starthilfe an der großen Antriebsbatterie, und Ziehen an Seil oder Stange ist meist verboten. Ist nur die kleine 12-Volt-Batterie leer, hilft oft eine vorsichtige Starthilfe. Sagen Sie am Telefon zuerst, dass es ein Elektroauto ist.
