Die ersten Minuten nach einer Autobahnpanne
Auf der Autobahn ist nicht die Panne gefährlich, sondern der Verkehr daneben. Deshalb zählt die Reihenfolge: Erst machen Sie sich sichtbar, dann bringen Sie sich in Sicherheit, dann sichern Sie die Stelle ab. Telefoniert wird zum Schluss, und zwar von einem sicheren Platz aus.
Warnblinker einschalten
Schalten Sie ihn sofort ein, noch während das Auto rollt. So sehen andere früh, dass Sie langsamer werden.
Auf den Seitenstreifen rollen
Rollen Sie so weit rechts wie möglich aus. Lenken Sie die Räder nach rechts, schalten Sie bei Dunkelheit das Standlicht an und den Motor aus.
Warnweste anziehen
Ziehen Sie die Weste an, bevor Sie die Tür öffnen. Legen Sie sie deshalb griffbereit in den Innenraum statt in den Kofferraum.
Rechts aussteigen
Alle steigen auf der Beifahrerseite aus, nie zur Fahrbahn hin. Nehmen Sie Kinder an die Hand.
Hinter die Leitplanke gehen
Warten Sie hinter der Leitplanke und mit Abstand zum Auto. Bleiben Sie nicht im Auto sitzen und nicht auf dem Seitenstreifen stehen.
Warndreieck aufstellen
Stellen Sie es mindestens 150 Meter hinter dem Auto auf, das sind vier Leitpfosten. Laufen Sie dabei hinter der Leitplanke und halten Sie das Dreieck vor sich.
Hilfe rufen
Rufen Sie über die Notrufsäule, das Handy oder eine App an. Nennen Sie Autobahn, Fahrtrichtung und die Kilometerzahl von der nächsten Tafel.
Sicher warten
Bleiben Sie hinter der Leitplanke, bis der Abschleppwagen da ist. Lassen Sie verlorene Teile auf der Fahrbahn liegen.
So weit hinter das Auto gehört das Warndreieck
Innerorts reichen etwa 50 Meter, auf der Landstraße etwa 100 Meter. Auf der Autobahn empfiehlt der ADAC mindestens 150 Meter, weil ein Auto bei Tempo 130 für 100 Meter weniger als drei Sekunden braucht. 150 Meter sind vier Leitpfosten, denn die stehen 50 Meter auseinander.
| Straße | Abstand zum Auto | So schätzen Sie ihn |
|---|---|---|
| Innerorts | etwa 50 Meter | eine Häuserzeile |
| Landstraße | etwa 100 Meter | vor einer Kurve oder Kuppe, nicht dahinter |
| Autobahn | mindestens 150 Meter | vier Leitpfosten |
Im Auto müssen Sie ein Warndreieck und eine Warnweste dabeihaben. Tragen müssen Sie die Weste nach dem Gesetz nicht. Ziehen Sie sie trotzdem an, denn nur mit ihr sieht Sie der Verkehr rechtzeitig. Fehlt die Weste im Auto, kostet das 15 Euro.
Wer die Pannenstelle gar nicht absichert, zahlt 30 Euro. Gefährdet das andere, werden es 60 Euro und ein Punkt in Flensburg, nach einem Unfall 75 Euro und ein Punkt.
| Verstoß | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| Pannenstelle nicht abgesichert | 30 Euro | keine |
| Dasselbe, andere gefährdet | 60 Euro | 1 |
| Dasselbe, mit Unfall | 75 Euro | 1 |
| Keine Warnweste im Auto | 15 Euro | keine |
Hilfe holen über Notrufsäule, Handy oder App
Notrufsäulen stehen an der Autobahn alle zwei Kilometer. Die nächste ist also höchstens einen Kilometer entfernt. Kleine schwarze Pfeile auf den Leitpfosten zeigen Ihnen die Richtung. Der Anruf kostet nichts, und die Leitstelle sieht sofort, an welcher Säule Sie stehen.
Mit dem Handy erreichen Sie die Polizei unter 110 und den Rettungsdienst unter 112. Die Pannenhilfe des ADAC erreichen Sie rund um die Uhr unter 0800 5 10 11 12. Andere Clubs und Schutzbriefe haben eigene Nummern, die meist auf der Mitgliedskarte stehen.
- Gehen Sie hinter der Leitplanke in die Richtung, in die die Pfeile auf den Leitpfosten zeigen.
- Drücken Sie die Notruftaste und warten Sie, bis sich jemand meldet.
- Sagen Sie zuerst, ob jemand verletzt ist. Dann nennen Sie Autobahn, Fahrtrichtung, Automarke, Farbe und Kennzeichen.
- Nennen Sie Ihren Automobilclub oder Ihren Schutzbrief mit Namen.
- Sagen Sie, wenn Ihr Auto ein Elektroauto ist, Automatik oder Allrad hat oder einen Anhänger zieht.
- Gehen Sie zurück hinter die Leitplanke und warten Sie dort. Der Abschleppwagen hält an Ihrem Auto, nicht an der Säule.
Das will die Leitstelle von Ihnen wissen
- Autobahn und Fahrtrichtung, zum Beispiel A 7 Richtung Hamburg.
- Die Kilometerzahl von der nächsten Tafel am Fahrbahnrand oder die Nummer der Notrufsäule.
- Automarke, Farbe und Kennzeichen, dazu Elektroauto, Automatik oder Allrad.
- Wie viele Menschen dabei sind, ob jemand verletzt ist und ob Kinder oder Tiere im Auto sitzen.
- Ob das Auto auf dem Seitenstreifen steht oder in die Fahrbahn ragt.
Was auf der Autobahn auch bei einer Panne verboten ist
Auch mit einer Panne dürfen Sie auf der Autobahn nicht wenden und nicht rückwärtsfahren. Zu Fuß über die Fahrbahn zu gehen ist ebenfalls verboten. Haben Sie eine Ausfahrt verpasst, fahren Sie bis zur nächsten. Haben Sie etwas verloren, lassen Sie es liegen und melden es der Polizei.
Ein Auto, das auf der Autobahn liegen bleibt, darf nur bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden. Beide Autos fahren dabei mit Warnblinker. Ein Motorrad darf gar nicht abgeschleppt werden. Ein Auto mit Seil oder Stange abschleppen dürfen Sie nur, wenn Lenkung und Bremse noch funktionieren. Auf der Autobahn ist der Abschleppdienst fast immer der sicherere Weg.
Staut sich der Verkehr wegen der Panne, müssen alle Autos eine Rettungsgasse bilden. Die Gasse liegt zwischen der linken Spur und der Spur daneben. Auch der Abschleppwagen braucht sie, um zu Ihnen zu kommen.
Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt 200 Euro, mit Behinderung 240 Euro und mit Sachbeschädigung 320 Euro. Dazu kommen immer 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot.
| Verstoß | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|
| Keine Rettungsgasse gebildet | 200 Euro | 2 | 1 Monat |
| Mit Behinderung | 240 Euro | 2 | 1 Monat |
| Mit Gefährdung | 280 Euro | 2 | 1 Monat |
| Mit Sachbeschädigung | 320 Euro | 2 | 1 Monat |
| Rettungsgasse selbst befahren | 240 bis 320 Euro | 2 | 1 Monat |
Die häufigsten Pannenursachen und wie Sie vorbeugen
Der ADAC hat 2025 in Deutschland 3.691.813 Mal Pannenhilfe geleistet. Fast jede zweite Panne lag an der Batterie, nämlich 45,4 Prozent. Danach kamen Motor und Motorsteuerung mit 21,8 Prozent und Lichtmaschine, Anlasser und Elektrik mit 10,4 Prozent. Reifen und Getriebe spielen eine viel kleinere Rolle.
Elektroautos blieben 50.445 Mal liegen, 15,5 Prozent öfter als 2024. Das liegt vor allem daran, dass mehr von ihnen unterwegs sind. Wer vor einer langen Fahrt die Batterie prüfen lässt, senkt sein Risiko genau dort, wo die meisten Pannen entstehen.
- Lassen Sie die Batterie vor dem Winter und vor langen Fahrten in der Werkstatt messen.
- Installieren Sie die Pannen-App Ihres Clubs oder Ihrer Versicherung und speichern Sie die Notrufnummer im Handy.
- Legen Sie die Warnweste in den Innenraum und das Warndreieck griffbereit in den Kofferraum.
- Prüfen Sie Reifendruck und Ersatzrad oder Pannenset. Auf dem Seitenstreifen wechselt niemand sicher ein Rad.
- Lesen Sie bei einem Elektroauto vorher in der Anleitung nach, wie es abgeschleppt werden darf.
Elektroauto, Motorrad und Anhänger nach einer Autobahnpanne
Ein Elektroauto nimmt der Abschleppdienst nicht einfach an den Haken. Drehen sich die angetriebenen Räder mit, kann der Motor Strom erzeugen und die Elektronik beschädigen. Der ADAC rät deshalb, ein Elektroauto aufzuladen statt es zu ziehen. Beim Elektroauto abschleppen kommt deshalb meist ein Wagen mit Ladefläche. Sagen Sie am Telefon deshalb gleich im ersten Satz, dass es ein Elektroauto ist.
Ein Motorrad wird immer aufgeladen, abschleppen ist verboten. Warndreieck und Warnweste sind für Motorräder nicht vorgeschrieben. Hinter die Leitplanke gehen Sie trotzdem. Ziehen Sie einen Anhänger oder Wohnwagen, braucht der Abschleppdienst ein Fahrzeug, das beides mitnimmt. Sagen Sie das bei der Bestellung, sonst muss er zweimal kommen.
Ist es ein Elektroauto, ein Motorrad oder ein Auto mit Allrad oder Automatik ohne Strom?
Das Fahrzeug wird aufgeladen. Nennen Sie am Telefon den Typ, damit der richtige Abschleppwagen kommt.
Funktionieren Lenkung und Bremse noch?
Ziehen ist möglich, aber nur bis zur nächsten Ausfahrt. Sicherer ist der Abschleppdienst.
Rufen Sie einen Abschleppdienst. Er bringt das Auto zur nächsten passenden Werkstatt.
Häufige Fragen
Wie weit muss das Warndreieck bei einer Panne auf der Autobahn entfernt stehen?
Das Warndreieck stellen Sie auf der Autobahn mindestens 150 Meter hinter Ihrem Auto auf, das sind vier Leitpfosten. So empfiehlt es der ADAC. Tragen Sie das Dreieck vor sich und laufen Sie hinter der Leitplanke, nicht auf dem Seitenstreifen.
Muss ich bei einer Panne auf der Autobahn eine Warnweste tragen?
Eine Warnweste müssen Sie im Auto dabeihaben, tragen müssen Sie sie nach dem Gesetz nicht. Fehlt sie im Auto, kostet das 15 Euro. Ziehen Sie die Weste trotzdem an, noch bevor Sie aussteigen, denn nur so sieht Sie der Verkehr.
Wo finde ich bei einer Panne die nächste Notrufsäule auf der Autobahn?
Die nächste Notrufsäule auf der Autobahn zeigen kleine schwarze Pfeile auf den Leitpfosten. Die Säulen stehen alle zwei Kilometer, die nächste ist also höchstens einen Kilometer entfernt. Gehen Sie hinter der Leitplanke dorthin.
Darf ich bei einer Panne auf dem Seitenstreifen im Auto sitzen bleiben?
Nein, bei einer Panne auf der Autobahn bleiben Sie nicht im Auto sitzen. Steigen Sie auf der Beifahrerseite aus und warten Sie mit Abstand hinter der Leitplanke. Ein Auto auf dem Seitenstreifen wird von hinten oft übersehen.
Darf mich ein Bekannter auf der Autobahn abschleppen?
Ein Bekannter darf Ihr Auto auf der Autobahn nur bis zur nächsten Ausfahrt abschleppen, beide Autos mit Warnblinker. Ein Motorrad darf gar nicht abgeschleppt werden, ein Elektroauto sollte aufgeladen werden. Sicherer ist auf der Autobahn fast immer der Abschleppdienst.
Was ist die häufigste Ursache für eine Autopanne?
Die häufigste Ursache für eine Autopanne ist die Batterie. Sie stand 2025 hinter 45,4 Prozent der Einsätze der ADAC-Pannenhilfe. Lassen Sie die Batterie deshalb vor dem Winter und vor langen Fahrten prüfen.
