Was bei Motorrad und Wohnmobil anders ist
Für Autos ist Abschleppen Alltag. Bei Motorrädern und großen Wohnmobilen gelten eigene Regeln. Beim Motorrad geht es um das Verbot, es zu schleppen. Beim Wohnmobil geht es um Gewicht und Höhe.
Ein Motorrad muss aufgeladen werden
Die Straßenverkehrs-Ordnung sagt klar: Krafträder dürfen nicht abgeschleppt werden. Ein Seil oder eine Stange zwischen zwei Motorrädern oder zwischen Auto und Motorrad ist also tabu. Ihr Motorrad muss auf einen Anhänger oder einen Abschleppwagen.
- Rollen Sie das Motorrad, wenn möglich, von der Fahrbahn an einen sicheren Ort.
- Rufen Sie Ihren Club oder Schutzbrief an oder einen Abschleppdienst in der Nähe.
- Sagen Sie am Telefon, dass es um ein Motorrad geht. Dann kommt ein Fahrzeug mit passender Halterung.
- Nehmen Sie Helm, Papiere und Wertsachen aus Koffern und Taschen mit.
- Fotografieren Sie das Motorrad, bevor es aufgeladen wird, und schauen Sie zu, wie es befestigt wird.
Muss Ihr Motorrad auf dem Hof eines Betriebs übernachten, ist die Standgebühr niedriger als beim Auto. Laut Branchenumfrage kostet ein Zweirad im Freien 8 bis 15 Euro am Tag.
Ein schweres Wohnmobil braucht einen großen Abschleppwagen
Ein Wohnmobil bis 3,5 Tonnen behandeln Abschleppdienste ähnlich wie ein großes Auto. Darüber wird es aufwendiger. Für schwere Fahrzeuge rechnen die Betriebe nach eigenen, höheren Sätzen.
Ein Lkw-Abschleppwagen mit zwei Achsen kostet laut Branchenumfrage im Mittel 330 Euro netto je Stunde. Ein Lkw, der Autos auflädt, kostet bis 11,99 Tonnen im Mittel 210 Euro je Stunde. Für ein Wohnmobil im Freien kostet ein Tag auf dem Hof 16 bis 30 Euro.
| Posten | Motorrad | Auto | Wohnmobil |
|---|---|---|---|
| Standgebühr im Freien je Tag | 8 bis 15 Euro | 12,61 bis 20 Euro | 16 bis 30 Euro |
| Standgebühr in der Halle je Tag | 10 bis 20 Euro | 16,50 bis 26,51 Euro | 20,55 bis 40 Euro |
| Fahrzeug zum Abschleppen | Lkw zum Aufladen, mit Halterung für Motorräder | Lkw zum Aufladen bis 11,99 Tonnen, Mittelwert 210 Euro je Stunde | über 3,5 Tonnen oft Lkw-Abschleppwagen, Mittelwert 330 Euro je Stunde |
Was der ADAC für Wohnmobil und Motorrad zahlt
Der ADAC schützt Fahrzeuge, die das Mitglied selbst fährt. Für normale Fahrzeuge gelten Grenzen: höchstens 3,5 Tonnen, 3 Meter hoch, 10 Meter lang und 2,55 Meter breit. Für Wohnmobile, die im Fahrzeugschein als Wohnmobil eingetragen sind, gelten höhere Grenzen.
- Eingetragene Wohnmobile sind geschützt bis 7,5 Tonnen, 3,20 Meter Höhe mit Ladung, 10 Meter Länge und 2,55 Meter Breite.
- Das Abschleppen zur nächsten passenden Werkstatt zahlt der ADAC bis 300 Euro.
- Gepäck und Ladung transportiert er zusätzlich bis 300 Euro, wenn sie nicht mitfahren können.
- Eine Bergung zahlt er laut seinen Regeln in unbegrenzter Höhe.
- Ein Anhänger ist nur mit einer Achse geschützt, für ihn gelten dieselben Maße.
Ist Ihr Wohnmobil schwerer, höher oder länger, greifen diese Leistungen nicht. Klären Sie dann vor der Reise, welcher Schutzbrief oder Pannendienst große Fahrzeuge abdeckt. Wie Club und Schutzbrief sonst abschneiden, zeigt der Vergleich von Schutzbrief und ADAC-Mitgliedschaft.
Steht Ihr Fahrzeug im Fahrzeugschein als Wohnmobil?
Wiegt es höchstens 7,5 Tonnen und ist es mit Ladung höchstens 3,20 Meter hoch, 10 Meter lang und 2,55 Meter breit?
Dann ist es als Wohnmobil geschützt. Abschleppen zahlt der ADAC bis 300 Euro.
Dann greift der Schutz nicht. Sichern Sie Ihr Wohnmobil anders ab.
Dann gelten die Grenzen für normale Fahrzeuge: höchstens 3,5 Tonnen und 3 Meter Höhe.
So bereiten Sie sich vor der Reise vor
Eine Panne mit Wohnmobil oder Motorrad passiert oft weit weg von zu Hause. Ein paar Dinge erleichtern dann vieles.
- Notieren Sie Gewicht, Höhe und Länge Ihres Wohnmobils mit Ladung. Diese Angaben fragt der Abschleppdienst.
- Prüfen Sie, ob Ihr Club oder Schutzbrief Ihr Fahrzeug mit diesen Maßen abdeckt.
- Speichern Sie die Pannennummer Ihres Clubs oder Schutzbriefs im Handy.
- Packen Sie beim Motorrad die Papiere so, dass Sie sie schnell finden.
- Planen Sie, wie Sie und Ihre Mitreisenden weiterkommen, wenn das Fahrzeug länger in der Werkstatt bleibt.
Häufige Fragen
Darf ich ein Motorrad abschleppen?
Nein. Die Straßenverkehrs-Ordnung verbietet es, Krafträder abzuschleppen. Ihr Motorrad muss auf einen Anhänger oder einen Abschleppwagen geladen werden.
Was kostet es, ein Wohnmobil abschleppen zu lassen?
Ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen braucht oft einen Lkw-Abschleppwagen. Der kostet laut Branchenumfrage im Mittel 330 Euro netto je Stunde. Ein Tag auf dem Hof kostet 16 bis 30 Euro im Freien.
Schleppt der ADAC auch Wohnmobile ab?
Ja, eingetragene Wohnmobile bis 7,5 Tonnen, 3,20 Meter Höhe, 10 Meter Länge und 2,55 Meter Breite. Das Abschleppen zahlt der ADAC bis 300 Euro, eine Bergung ohne Grenze.
Warum passt mein Wohnmobil nicht auf den Abschleppwagen?
Fahrzeug und Ladung dürfen zusammen höchstens 4 Meter hoch sein. Ein hohes Wohnmobil auf einem Lkw wäre oft höher. Dann wird es an einer Achse angehoben und geschleppt.
Was kostet die Standgebühr für ein Motorrad?
Laut Branchenumfrage kostet ein Zweirad im Freien 8 bis 15 Euro am Tag, in der Halle 10 bis 20 Euro. Das ist weniger als für ein Auto.
